Psyfacts

Auf dieser Seite finden Sie Hintergrundinformationen zu psychologischen Fachbegriffen, Konzepten und Modellen aus dem LINC PERSONALITY PROFILER Report.

Der Begriff Advocatus Diaboli (AD) beschreibt eine Rolle, die einem Mitglied eines Teams aktiv zugewiesen wird, damit dieses Teammitglied alle Entscheidungen des Teams kritisch hinterfragt. Der AD spielt dann den „Anwalt des Teufels“, indem er selbst solche Entscheidungsalternativen kritisch hinterfragt, die auf den ersten Blick völlig problemlos erscheinen. Ziel dieser Rolle ist es, dafür zu sorgen, dass mögliche Probleme und Nachteile einer Entscheidung im Voraus erkannt werden. Ohne solche Rollen äußern Teammitglieder ihre Bedenken häufig nicht freiwillig, weil sie (vielleicht auch unbewusst) nicht als negativer „Bedenkenträger“ gelten wollen.

Affilitation beschreibt ganz allgemein das Bedürfnis nach sozialem Kontakt. Dieses äußert sich in dem Bedürfnis, Geborgenheit und ein Zugehörigkeitsgefühl zu anderen Menschen zu verspüren und nimmt vor allem in Notsituationen zu, z. B. in Stress- oder Krankheitssituationen.

„Aktives Zuhören“ wird eine Methode der Gesprächsführung genannt, die der Zuhörer eines Gesprächs anwenden kann, um sein Gegenüber zum Reden zu ermutigen. Zum Beispiel kann der Zuhörer dem Sprechenden durch nonverbale aufmunternde Gestik und Mimik oder vereinzelte Nachfragen signalisieren, dass ihm aufmerksam zugehört wird. Der Zuhörer kann außerdem das zuvor Gehörte in eigenen Worten wiederholen, um zu bestätigen, dass die Aussagen und Gefühle des Sprechenden verstanden wurden.

Ambiguitätstoleranz ist das Ausmaß, in dem eine Person mit uneindeutigen oder unklaren Situationen leben kann bzw. solche Situationen bei einer hohen Ausprägung sogar bewusst sucht. Menschen mit einer geringen Ambiguitätstoleranz möchten Unklarheit durch Regeln, Gesetze oder Vorschriften vermeiden. Sie mögen es nicht, wenn scheinbar unvereinbare Dinge zusammen auftreten, wie z. B. Armut und Reichtum an ein und demselben Ort. Menschen mit einer hohen Ambiguitätstoleranz begeben sich dagegen häufiger in Situationen oder an Orte, mit denen sie noch keine Erfahrungen gesammelt haben.

Unter Attribution wird in der Psychologie die Beurteilung der Ursachen für bestimmte Ergebnisse verstanden, also der wahrgenommene Grund für das Eintreten eines Ergebnisses oder eines Verhaltens.

– Bei der internalen (dispositionalen) Attribution werden dem eigenen Verhalten oder dem Verhalten anderer Menschen personenbedingte Ursachen zugeschrieben, wie z. B. die Charaktermerkmale oder Einstellungen.

– In der externen (situationalen) Attribution werden dem eigenen Verhalten oder dem Verhalten anderer situationsbedingte Ursachen zugeschrieben, wie z. B. Baulärm.

Die Art der Attribution beeinflusst u.a. auch den Umgang mit Erfolgen und Misserfolgen. Attribuiert jemand seine Erfolge vorrangig auf internale Ursachen, wie das eigene Können, wirkt dieses selbstwertsteigernd. Schreibt jemand seinen Erfolgen hingegen meist externale Faktoren wie Glück zu, wirkt sich dies negativ auf den eigenen Selbstwert aus.

Menschen verursachen seit sehr langer Zeit, Modelle zu erschaffen, mit denen es möglich wird, Persönlichkeit exakt und differenziert darzustellen. Der Ansatz, der diesem Ideal am nächsten kommt, ist das sogenannte Big Five-Modell. Wenn psychologische Forscher nach den Grunddimensionen von Persönlichkeit suchen (->Faktorenanalyse), stoßen sie immer wieder auf dieselben fünf Grunddimensionen:

Dimension 1: Extraversion vs. Introversion
Dimension 2: Gewissenhaft vs. Flexibilität
Dimension 3: Offenheit vs. Beständigkeit
Dimension 4: Kooperation vs. Wettbewerb
Dimension 5: Sensibilität vs. emotionale Stabilität

Das bedeutet, wenn man die Ausprägungen dieser fünf Grunddimensionen eines Menschen kennt, kann man dessen Persönlichkeit sehr genau beschreiben, weil man auch Informationen zu sehr vielen anderen Persönlichkeitseigenschaften hat, die mit den grundlegenden fünf verbunden sind bzw. diesen untergeordnet sind. Beispiel: ZU der Grunddimension „Gewissenhaftigkeit“ gehören unter anderem die Eigenschaften Ordnungsorientierung, Leistungsorientierung, Disziplinorientierung.

Im Stress des Arbeitsalltags verbrennen viele Menschen ihre Kraftressourcen. Das Ergebnis lautet häufig: Burnout. Darunter versteht man eine über einen längeren Zeitraum anhaltende psychische, körperliche und emotionale Erschöpfung. Eine zunehmend schneller werdende Abwärtsspirale führt den Betroffenen von anfänglichem übertriebenen Ehrgeiz zu einer Verstärkung des Arbeitseinsatzes, woraufhin sogar eigenen Bedürfnisse zurückgedrängt werden. Es folgen der soziale Rückzug, ein Gefühl innerer Leere und Angstgefühle, die schlussendlich in Verzweiflung und Depression münden. Der Prozess kann wenige Monate bis einige Jahre dauern und wird häufig viel zu spät erkannt. Selbstreflexion, ein bewusster Umgang mit sich selbst, dem eigenen Körper und seinen Kraftreserven können dabei helfen, diese Spirale rechtzeitig zu durchbrechen.

Als „Change Agent“ werden Berater*innen im Prozess der Organisationsentwicklung bezeichnet. Anders als im klassischen Klient-Berater-Verhältnis liegt der Fokus des Change Agent auf organisatorischen Entwicklungsprozessen und der Verantwortung und Steuerung von Veränderungen in Hinblick auf Prozesse, Strukturen, Technologien und der Unternehmenskultur.

Unter Coping versteht man die unterschiedlichen Problemlösungsstile, die sich Menschen aneignen, um mit belastenden Drucksituationen zurechtzukommen. Man unterscheidet zwischen der problemorientierten Art des Coping, bei der Menschen versuchen, an dem Problem selbst zu arbeiten, und der einstellungsorientierten Art des Coping, bei der versucht wird, die eigenen Gefühle und Gedanken gegenüber dem aufgetretenen Problem zu verändern. Jeder Mensch tendiert zu bestimmten Problemlösungsstrategien, die er in den meisten Situationen anwendet. Allerdings gibt es nicht „den einen richtigen Stil“, der immer am besten ist. Je nach Situation sind unterschiedliche Stile am erfolgreichsten. Aus diesem Grund können Menschen maßgeblich davon profitieren, wenn sie ihr Repertoire an Problemlösungsstilen erweitern. Eine sinnvolle Möglichkeit dafür bietet die Analyse der eigenen Persönlichkeit und die gezielte Persönlichkeitsentwicklung.

Kognitive Dissonanz beschreibt miteinander unvereinbare Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten, die einen inneren Konflikt in einem Menschen erzeugen. Dieser innere Konflikt wird als unangenehm empfunden und löst das Bedürfnis aus, diese Dissonanz zu reduzieren. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

Beispiel Alkohol: Ich weiß, dass er gesundheitsschädlich ist und trotzdem trinke ich ihn (kognitive Dissonanz).

  1. Lösung: Die Dissonanz wird relativiert/verändert: Ich trinke schon länger Alkohol und bin trotzdem gesund. So schlimm kann es also nicht sein.
  2. Lösung: Der Anteil der Dissonanz wird insgesamt reduziert, indem die Person neue konsonante Argumente aufnimmt: Mit Alkohol wird die Party besser; ich vergesse meine Sorgen, wenn ich trinke; alle anderen trinken auch.

Unser Umgang mit kognitiven Dissonanzen steht in Verbindung mit dem Umgang mit schwierigen Situationen (Coping). Beide können durch selbstreflexives Verhalten erlernt und verändert werden.

Menschen, die divergent denken, gehen meist offen, spielerisch und unsystematisch an Probleme heran. Typisch ist, dass dabei kritische Einwände und Denkblockaden ausgeschaltet werden. Häufig wird hier ein Bezug zur Kreativität einer Person gesehen. Dem divergenten Denken steht das konvergente Denken gegenüber, was eine eher konventionelle Art der Problemlösung beschreibt, bei der Menschen planmäßig, logisch und rational an Probleme herangehen. Diese Art der Problemlösung steht oft in Verbindung zur Intelligenz.

Eine Eigenschaft (Disposition) ist ein mittelfristig stabiles Merkmal einer Person, das sich zumindest über Wochen oder Monate nicht maßgeblich verändert. Beispiele dafür sind die Intelligenz, Kreativität, Geselligkeit, Gewissenhaftigkeit etc. Die Eigenschaftstheorie (Dispositionstheorie) geht davon aus, dass Eigenschaften Personen dazu bringen, in bestimmten Situationen ein bestimmtes Verhalten zu zeigen. Zwar unterscheidet sich das Verhalten einer Person in verschiedenen Situationen immer etwas, allerdings kann man durch die Gesamtheit ihrer Verhaltensweisen einen Unterschied zwischen dieser Person und anderen Personen feststellen. Je mehr dieser Eigenschaften eines Menschen man beschreiben kann, desto besser wird man ihm als Person gerecht.

Entscheidungsheuristiken sind Denkmuster, die uns ermöglichen, schnell Entscheidungen zu treffen, auch bei komplexen oder an sich schwierigen Themen. Sie bergen allerdings auch immer die Gefahr, zu schnell zu entscheiden und nicht alle Informationen sorgfältig in die Entscheidung einzubeziehen.

Die Faktorenanalyse ist ein statisches Verfahren, mit dem aus sehr vielen verschiedenen Faktoren auf möglichst wenige grundlegende Faktoren reduziert werden sollen. Entscheidend dabei ist, dass die übrig gebliebenen Faktoren (Persönlichkeitsmerkmale) die grundlegenden Bausteine der Persönlichkeit jedes Menschen darstellen. Alle anderen Persönlichkeitsmerkmale lassen sich einem dieser grundlegenden Bausteine zuordnen, sind also diesem untergeordnet. Darum können wir mit der Faktorenanalyse herausfinden, was die entscheidenden Merkmale der Persönlichkeit sind, die wir messen und beschreiben müssen, um die Persönlichkeit eines Menschen beschreiben zu können.

Glaubenssätze sind verinnerlichte Gewissheiten, also Annahmen und Vorstellungen, die Menschen im Zuge ihrer Entwicklung immer tiefer verinnerlicht haben. Sie unterscheiden sich von Mensch zu Mensch, aber es gibt typische Entstehungsgeschichten.

Zum Beispiel entwickeln Menschen, die in ihrer Kindheit zu wenig Anerkennung für ihre Leistungen erhalten haben, oft Glaubenssätze wie:

– „Ich bin nicht gut genug!“
– „Ich müsste mehr leisten!“
– „Ich bin nicht liebenswert!“

Glaubenssätze haben ganz konkrete Auswirkungen auf das tägliche Leben, indem sie beeinflussen, ob jemand sich eine Aufgabe zutraut, ob er/sie mit Erreichtem zufrieden sein kann und sie beeinflussen, ob sich jemand für einen liebenswerten und besonderen Menschen hält.

Gruppendenken bezeichnet einen gefährlichen Denkmodus, in den Personen verfallen, wenn sie Mitglied einer loyalen Gruppe sind, in der das Bemühen der Gruppenmitglieder um Harmonie, ihre Motivation, alternative Wege und Informationen realistisch zu bewerten, übertönt. Alle wollen einer Meinung sein, niemand achtet auf die sich abzeichnende Gefahr des Scheiterns.

Das Wissen über eine bestimmte Eigenschaft einer Person dominiert beim Halo-Effekt den Gesamteindruck von der Person. Diese eine prägnante Eigenschaft überstrahlt sozusagen alle anderen Eigenschaften wie ein Heiligenschein (eng. Halo), sodass andere Eigenschaften vernachlässigt und nicht mehr objektiv beurteilt werden.

Besonders für Halo prädestinierte Merkmale sind Attraktivität und Eloquenz (sich besonders gewählt ausdrücken zu können). Diesem Verzerrungseffekt unterliegen alle Menschen, denn selbst wenn man ihn kennt, kann man ihn nicht verhindern. Man kann ihn sich lediglich bewusst machen. Vor allem bei Auswahlentscheidungen ist dieser Effekt ein großes Problem. Man kann ihm entgegenwirken, indem man z. B. systematisch Beurteilungsbögen verwendet, also alle Bewerber nach einem gleichbleibenden Muster befragt und bewertet.

Hochsensible Menschen nehmen Reize jeglicher Art aus der Umwelt intensiver wahr als der Durchschnitt der Bevölkerung und verarbeiten diese in der Regel auch tiefer bzw. intensiver. Dies führt zu intensiveren Sinneseindrücken, denen mehr Raum gegeben werden muss und die die Betroffenen länger beschäftigen als andere. Häufig fehlt bei nicht Betroffenen das Verständnis für diese längeren Verarbeitungsprozesse, wodurch Stress und das Gefühl, nicht verstanden zu werden, bei den  Hochsensiblen entstehen kann.

Kohäsion ist der Zusammenhalt in einer Gruppe, der aus allen Kräften resultiert, die die Mitglieder motivieren, in der Gruppe zu bleiben und für die Gruppe zu kämpfen.

Kompetenzen sind Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissenselemente, die eine Person dazu befähigen, in einer bestimmten Situation, die mit einer Kompetenz verbunden ist, eine hohe Leistung zu zeigen. Kompetenzen sind immer mit Leistung verbunden, d.h. je stärker eine Kompetenz ausgeprägt ist, desto größer ist die potenzielle Leistungsfähigkeit in diesem Bereich. Kompetenzen können ferner erlernt werden und beziehen sich jeweils auf ein bestimmtes Thema. So bezieht sich z. B. die Netzwerkkompetenz auf die erfolgreiche Kontaktaufnahme zu anderen Menschen.

Als Kontrollüberzeugung bezeichnet man die Überzeugung eines Menschen, die Dinge, die einem im Leben widerfahren, entweder selbst bestimmen und steuern zu können („Internale Kontrollüberzeugung“) oder dass es eine andere Macht gibt, die mindestens genauso großen Anteil am eigenen Schicksal hat, wie man selbst („Externale Kontrollüberzeugung“). Man verinnerlicht diese Denkmuster im Laufe seiner Entwicklung. Sie spielen eine große Rolle bei der Interpretation von Ereignissen (z. B. Wer trägt Schuld?) und der Sicht auf das eigene Leben (z. Bl. Was habe ich in der eigenen Hand?).
Internale Kontrollüberzeugung ist vor allem in Ländern mit einem individualistischen Lebensstil verbreitet, während externale Kontrollüberzeugung mit Themen wie Religion (Gott legt fest, was passiert), Fatalismus (alles ist Schicksal) oder Nihilismus (alles ist Zufall) verbunden ist. Im Gegensatz zur Selbstwirksamkeitserwartung geht man bei der Kontrollüberzeugung nicht davon aus, ein Problem lösen können oder nicht, es geht nur darum, wer für das Problem verantwortlich ist.

Im Fokus der Leader-Member-Exchange-Theorie (LMX) nach Graen & Cashman (1975) steht die Beziehung zwischen der Führungskraft und jedes einzelnen Mitarbeiters. Gemäß der LMX lässt sich effektive Führung vor allem über dyadische Beziehungen zwischen Führungskraft und dem einzelnen Mitarbeiter erzielen und ist damit von häufig vorliegenden Führungsverhältnissen, in denen ein Vorgesetzter Macht und sozialen Einfluss auf die gesamte Belegschaft oder Organisation hat, abzugrenzen.

Motive sind die hinter den Charaktereigenschaften liegenden Triebkräfte, die uns dazu antreiben, ein bestimmtes Ziel erreichen zu wollen. Im Rahmen der Motivationsforschung gibt es vor allem drei Motivklassen, für die sehr viele Belege gefunden wurden. Man nimmt daher an, dass dies die drei grundlegenden Motivbereiche sind, die sich in der menschlichen Evolution ausgeformt haben:

– Das Führungsmotiv (auch Machtmotiv): Der Wunsch eines Menschen, Einfluss und Dominanz auszuüben, Überlegenheit und Stärke zur repräsentieren und für andere sichtbar zu sein.

– Das Leistungsmotiv: Gekennzeichnet durch großen Ehrgeiz und Erfolgsstreben, erhöhte Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen.

Das soziale Motiv (auch Anschlussmotiv): Menschen mit einem stark ausgeprägten sozialen Motiv streben danach, enge Beziehungen zu anderen aufzubauen, aufrechtzuerhalten und wiederherzustellen.

Da Motive ein integraler Bestandteil der Persönlichkeit sind, wird durch die Erfassung und Darstellung der hinter dem Verhalten liegenden Motive ein tiefergehendes Verständnis der eigenen Persönlichkeit möglich.

Unter Narzissmus versteht man eine starke Eitelkeit oder auch Selbst-Verliebtheit, wobei Menschen mit narzisstischer Ausprägung stets danach streben, von ihren Mitmenschen bewundert zu werden. Das Posten von Selfies und ein aktives Nutzen sozialer Medien sind moderne Ausprägungen narzisstischen Verhaltens. Narzissten interessieren sich vordergründig für sich selbst (Ichbezogenheit) und verhalten sich wenig einfühlsam. Ihre starke Angst vor Kränkungen macht sie häufig unberechenbar in ihren Reaktionen. In seiner Extremform zeichnet sich Narzissmus auch als eine Art Minderwertigkeitsgefühl aus, zu dessen Kompensation sich ein starkes Anerkennungsbedürfnis entwickelt.

Normen sind offizielle und inoffizielle Verhaltensregeln, z. B. in einer Gruppe, einem Unternehmen oder einem ganzen Land (kulturelle Normen). Normen sind allgemein geteilte Erwartungen und damit ungeschriebene Gesetze darüber, wie sich jemand zu verhalten hat, wenn der z. B. ein akzeptiertes Mitglied in einer Gruppe oder einem Unternehmen sein möchte. Abweichendes Verhalten wird in der Regel nicht toleriert, dadurch steuern Normen unser Verhalten zu einem gewissen Grad und werden Stück für Stück verinnerlicht.

Persistenz bezeichnet ein Persönlichkeitsmerkmal, welches bei starker Ausprägung dazu führt, dass ein Mensch auch im Angesicht von Problemen, Widerständen und Rückschlägen beharrlich weiter auf ein Ziel hinarbeitet, ohne sich davon abbringen zu lassen. Psychologische Studien zeigen, dass eine hohe Persistenz zum einen eng mit beruflichem Erfolg verbunden ist, bei einer extremen Ausprägung aber zu Problemen im sozialen Kontakt mit anderen (Sturheit) führen kann.

„Unter der Persönlichkeit eines Menschen wird die Gesamtheit seiner Persönlichkeitseigenschaften verstanden“ (Asendorpf, 2007). Sie ist die einzigartige Struktur von relativ konstanten Wesenszügen eines Menschen, die eine Person von anderen Personen unterscheidet. Persönlichkeit ist dabei formbar und beschreibt ein Zusammenspiel von kognitiven, emotionalen und motivationalen Prozessen in einem Menschen.

Unter Prokrastination versteht man die Tendenz eines Menschen, unangenehme Tätigkeiten immer wieder zu verschieben und stattdessen andere Tätigkeiten auszuüben, die in diesem Moment weniger unangenehm erscheinen.

Aus der Sicht der Sozialpsychologie wird das Konzept der Resilienz als Fähigkeit einer Person verstanden, auch unter extrem ungünstigen Bedingungen in der Lage zu sein, diesen aversiven Umständen zu trotzen, sie zu überwinden und nichtsdestotrotz eine hohe Lebensqualität zu wahren.

Gerade heute, mit zunehmendem Druck und Stress, ist Resilienz extrem hilfreich für die psychische Gesundheit und sollte, wenn sie noch nicht so stark vorhanden ist, aufgebaut werden.

Unter Selbstkontrolle versteht man die Fähigkeit, Impulsen zu widerstehen und sie zu steuern. Walter Mischel untersuchte im Rahmen des Marshmallow Experiments Kinder daraufhin, ob sie die Fähigkeit besäßen, auf eine sofortige Belohnung (einen Marshmallow) zu verzichten, um eine Belohnung in der Zukunft (einen zweiten Marshmallow nach 15 Minuten) zu erhalten. Einige Jahre später stellte W. Mischel einen Zusammenhang zwischen Selbstkontrolle und beruflichem Erfolg fest.

Das Selbstkonzept ist unser subjektives Bild von uns selbst. Im Selbstkonzept ist alles Wissen und sind alle Bewertungen über unsere Persönlichkeit, Einstellungen und Vorstellungen gespeichert. Es liefert die Antwort auf Fragen wie: Was bin ich für ein Mensch? Was zeichnet mich aus? In der Regel bilden Menschen ein positives Selbstkonzept aus und versuchen, dieses auch beizubehalten. Dafür nutzen wir eine ganze Reihe von Mechanismen, wie z. B. selektive Wahrnehmung (es wird nur das wahrgenommen, was zum Selbstkonzept passt) oder selektive Erinnerung (was nicht zum Selbstkonzept passt, wird schneller vergessen). Bekommt ein Kind zu wenig positive Rückmeldung, besteht die Gefahr, dass sich ein kritisches oder sogar negatives Selbstkonzept herausbildet. Leider wirken auch hier die eben beschriebenen Mechanismen, die auch ein negatives Selbstkonzept stabilisieren. Es ist möglich, ein negatives Selbstkonzept zu verändern. Dies erfordert allerdings Motivation, Zeit und professionelle Unterstützung.

Selbstwirksamkeit beschreibt ein typisches Denkmuster des Menschen. Im Gegensatz zur Kontrollüberzeugung geht es nicht darum, die Kontrolle über das zu haben, was man tut, sondern darum, dass man der Überzeugung ist, dass man für die Herausforderungen des Lebens Lösungen finden wird.

Selbstwirksamkeit beschreibt also die Überzeugung, eine Handlung erfolgreich ausführen zu können. Je stärker diese Überzeugung ist, einer Aufgabe oder Herausforderung gewachsen zu sein, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich die betreffende Person einer Aufgabe annimmt. Die Selbstwirksamkeitsüberzeugung kann verstärkt aber auch abgeschwächt werden, wie z. B. durch vorherige Erfolge oder Misserfolge, durch das Beobachten von Rollenvorbildern, durch Äußerungen des sozialen Umfelds oder auch durch die Interpretation körperlicher Empfindungen wie Herzrasen oder Schweißausbrüche.

Selektive Wahrnehmung bezeichnet das Phänomen, dass Menschen von allen gegebenen und zugänglichen Reizen nur einen kleinen Teil beachten und verarbeiten. In jeder Sekunde prasseln Millionen von Informationen auf uns ein. Unser Gehirn ist darauf geschult, diese nach Bedeutung zu filtern und nur die Informationen durchzulassen, die für uns relevant sind. Besonders bekannt ist hierzu das sogenannte Cocktail-Party-Phänomen. Wenn Sie sich auf einer Cocktailparty mit der Person Ihnen gegenüber unterhalten, werden alle anderen Unterhaltungen zu einem unverständlichen Gebrabbel, da sie nicht relevant sind. Außer es sagt irgendwo jemand Ihren Namen. Dieser Reiz wird durchgelassen, da er relevant ist. Sie drehen den Kopf uns möchten wissen, wer über Sie spricht.

Sensation Seeking ist eine Charaktereigenschaft, die bei starker Ausprägung dazu führt, dass ein Mensch kontinuierlich nach Erlebnissen voller intensiver Sinneseindrücke sucht. Das Wort Sensation ist hier daher am besten als „Sinneseindruck“ zu übersetzen, der fortwährend gesucht wird, um nicht in ein Gefühl von Langeweile oder Ereignislosigkeit zu verfallen. Ein hohes Maß an Sensation Seeking ist vor allem bei stark extravertierten Menschen ausgeprägt. Es lässt sich am einfachsten durch den Kontakt mit anderen Menschen befriedigen, da nichts  anderes so viele Sinneseindrücke für uns bereithält wie andere Menschen, auf deren Wahrnehmung wir spezialisiert sind.

Menschen verarbeiten und speichern die Dinge, die sie wahrnehmen, indem sie diese Dinge in mentale Kategorien einsortieren. Das geschieht von frühester Kindheit an. Wir bilden Kategorien ähnlicher Elemente, um der Komplexität der Umwelt Herr zu werden. Diese Kategorien werden im Laufe des Lebens immer differenzierter. So bildet ein Kind zunächst die Kategorie Mensch, dann unterscheidet es Tiere von Menschen, dann Tierarten und schließlich z. B. Hunderassen als Unterkategorie der Kategorie Hunde.

Neben den Kategorien sortieren wir unser Wissen auch in Skripten. Ein Skript enthält die passenden Verhaltensweisen in einer spezifischen sozialen Situation. Für die Kategorie Hochzeit beinhaltet das Skript z. B. schicke Kleidung, ein Geschenk für das Brautpaar, das Werfen von Reis usw. Gerät ein Mensch in eine für ihn völlig neue Situation, verfügt er über kein Skript, was häufig als unangenehm oder sogar beängstigend wahrgenommen wird. Mögliche Strategien sind dann: Beobachtung, Rückgriff auf Skripte aus ähnlichen Situationen oder fragen bzw. googeln.

Stereotype sind Überzeugungen bezüglich der Merkmale einer Gruppe, die von vielen Menschen einer Gesellschaft geteilt werden. Es werden den Menschen, die einer bestimmten Gruppe angehören, Eigenschaften oder Fähigkeiten zugeschrieben, die für diese Gruppe als bezeichnend betrachtet werden. Stereotype Vorstellungen basieren nicht auf Fakten, sondern auf Erzählungen, Halbwissen oder Propaganda. Sie sind der Versuch unseres Bewusstseins, beim Umgang mit eigentlich unbekannten Menschen eine Vorstellung von deren Naturell und Absichten zu haben, um nicht völlig unvorbereitet in eine soziale Situation gehen zu müssen. Beispiele für Stereotype: Fußballspieler sind dumm, Tätowierte sind wenig professionell, Kampfsportler sind aggressiv.

Stress ist eine emotionale Reaktion auf belastende Reize. Menschen interpretieren Ereignisse auf unterschiedliche Art und Weise, daher kann das gleiche Ereignis auf zwei Menschen sehr verschiedene Auswirkungen haben. Ein Ereignis ist immer dann belastend für einen Menschen, wenn er es als belastend interpretiert; somit kann Stress definiert werden als die negativen Gefühle und Überzeugungen, die immer dann auftreten, wenn Menschen sich nicht in der Lage fühlen, die Anforderungen ihrer Umwelt zu bewältigen.

Transformale Führung beschreibt einen Führungsansatz, bei dem das Verhältnis zwischen Führendem und Geführten nicht rein austauschorientiert organisiert ist (z. B. Arbeitsleistung gegen Lohn), sondern der Führende durch sein Verhalten einen direkten Einfluss auf den Geführten ausübt. Der Geführte kann sich am Führenden orientieren, teilt dessen Vision und verändert so sein eigenes Verhalten bzw. seine Sicht auf die Arbeit (das ist die Transformation).

Typologie ist der Versuch, sehr viele verschiedene Menschen in möglichst wenige Grundtypen einzuteilen.

Vorteil: In der Theorie kann man dadurch viel über einen Menschen sagen, ohne viel über ihn zu wissen.

Nachteil: In der Praxis sind Typologien wenig hilfreich, da sie eine unzulässige Vereinfachung von Persönlichkeit darstellen und dem einzelnen Menschen in keiner Weise gerecht werden können.

Typen stellen starre Konzepte dar, die die komplexe Persönlichkeit eines Menschen nicht angemessen wiedergeben. Stattdessen erzeugen sie eher stereotype Vorstellungen. Besonders kritisch ist es, wenn anhand von Körpermerkmalen Typologisierungen vorgenommen werden. Persönlichkeit repräsentiert immer eine Kombination unterschiedlicher Merkmale aus allen vorhandenen Typen.